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25 Jahre

25 Jahre Anlaufstelle sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen

25 Jahre Anlaufstelle sexuelle Gewalt

Sexualisierte Gewalt ist alltäglich!

Doch es gibt keinen Grund, der irgendeine Form von Gewalt gegen Mädchen oder Frauen rechtfertigt!

Mitte Dezember 2017 begeht die Anlaufstelle ihr 25jähriges Bestehen – und nach wie vor gilt dieser Grundsatz.

Seit 1987 bieten Mitarbeiterinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“ e.V. Schweinfurt Beratung und Unterstützung für von sexualisierter Gewalt Betroffene und deren Angehörige, sowie Vertrauens- und Unterstützungspersonen.

Nach langwierigen Verhandlungen konnte die Anlaufstelle im Dezember 1992 zunächst mit einer Mitarbeiterin in Teilzeit ihre Arbeit beginnen.

Seitdem ist sie die einzige spezialisierte Fachberatungsstelle zur Thematik sexualisierter Gewalt für die gesamte Region Main-Rhön.

Seit 25 Jahren wenden sich jährlich zwischen 70 und 90 Ratsuchende an uns.

Im Jahr 2016 wurden 6076 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bei der Polizei in Bayern gemeldet – es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Sichtbar ist – auch nach 25 Jahren – nur „die Spitze des Eisberges“.

In diesen 25 Jahren hat sich aber auch Vieles zum Positiven verändert.

Die lange Zeit tabuisierte Problematik wurde u.a. in den Medien öffentlich gemacht und Thema in der Öffentlichkeit, wie aktuell z.B. sexuelle Belästigung durch die Kampagne „#metoo“.

Auch die Justiz trug dieser Entwicklung durch verschiedene Gesetzesänderungen Rechnung. Z.B. wurde Vergewaltigung in der Ehe 1997 zum Straftatbestand, OpferzeugInnen in Strafverfahren erhielten die Möglichkeit der Nebenklageerhebung, seit 1998 besteht die Möglichkeit der Beiordnung eines Opferanwaltes auf Staatskosten, … bis zur Möglichkeit der Beiordnung einer Psychosozialen Prozessbegleitung seit Januar 2017.

Auch für die Anlaufstelle hat es in den vergangenen 25 Jahren positive Veränderungen gegeben.

Wir begannen mit einer Halbtagsstelle als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, finanziell unterstützt lediglich durch die Stadt Schweinfurt. Es folgte die Bewilligung eines Personalkostenzuschusses durch das Land Bayern im Rahmen der „Förderung von Notrufgruppen in Bayern“, was eine Personalaufstockung auf eine Ganztagsstelle ermöglichte. Die Landkreise der Region Main-Rhön zeigten sich bereit, sich mit freiwilligen Zuschüssen an der Finanzierung zu beteiligen.

Seit 2009 besteht zwischen den Kommunen der Region (Stadt Schweinfurt und den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld) und dem Verein „Frauen helfen Frauen“ als Träger der Anlaufstelle eine Finanzierungsvereinbarung.

Wir bedanken uns bei Allen, die die Arbeit der Anlaufstelle in den vergangenen 25 Jahren sowohl finanziell als auch ideell unterstützt haben.

Leider ist es jedoch unmöglich den Bedarf für die Region mit lediglich einer Vollzeitstelle zu decken – aus Mangel an personellen Kapazitäten können wir Präventionsarbeit, Selbsthilfegruppen, langfristige psychosoziale Beratung nicht mehr anbieten, Öffentlichkeitsarbeit nur noch in sehr begrenztem Maße leisten.

Vieles wurde und hat sich verändert –

Vieles muss in Zukunft noch verändert werden –

im Interesse und zur Unterstützung von sexualisierter Gewalt Betroffener.

Zum 25jährigen Jubiläum der Anlaufstelle wollen wir durch eine Öffentlichkeitsaktion zum Einen auf die Thematik aufmerksam machen, zum Anderen Betroffene ermutigen, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Ab Mitte Dezember werden in Schweinfurt an Werbeflächen Plakate verklebt und in den Kinos der Stadt im Vorprogramm entsprechende Einblendungen gezeigt.

Diese Aktion wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von

  • Blues Agency, Schweinfurt

  • Sparkasse Schweinfurt

  • Zonta-Club Bad Kissingen-Schweinfurt

  • Volkmar Maschinenbau, Sennfeld

  • Ströer Werbeagentur, Bamberg

  • Schlemm Media Group, Schweinfurt

und die Teams der Kinos

  • Filmwelt

  • KuK

  • Weltbio.

Wir bedanken uns herzlich.

Luisa ist hier

Luisa ist hier !

Luisa ist hier! In Clubs und Kneipen passieren immer wieder Situationen, in denen sich Frauen und Mädchen unsicher und unwohl fühlen. Sie wissen häufig nicht, wie sie sich entziehen können.

Die Aktion „Luisa ist hier!“ unterstützt Frauen und Mädchen darin, unauffällig und schnell Hilfe von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort zu bekommen.

Die Frage nach Luisa fungiert als Code, mit dem sich die betroffene Frau an das Thekenpersonal wenden kann. Dadurch wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass Hilfe benötigt wird, ohne dass die Situation erklärt werden muss.

Mit der Unterstützung dieser Aktion wird Frauen und Mädchen unmittelbare Hilfe in unangenehmen Situationen gewährleistet. Gleichzeitig signalisieren Sie, dass Ihr Club oder Ihre Kneipe sexualisierte Gewalt nicht akzeptiert.Infoblatt_LUISA_SW